Was ist Yoga?

Heutzutage ist Yoga vor allem als Bewegungsform bekannt. Dabei bestehen viele unterschiedliche Yogastile. Aber was bedeutet Yoga eigentlich? Wo kommt Yoga her? Und was haben die vielen Stile miteinander gemein?

Der Ursprung von Yoga

Yoga ist vor über tausend Jahren in Indien entstanden und hat den gleichen Ursprung wie der Buddhismus. ‚Weise‘ Menschen haben damals schon versucht, sich selbst und die Welt um sich herum zu verstehen und zu erforschen, wie man ein gutes und glückliches Leben leben kann. Yoga kann somit als Lebensphilosophie verstanden werden. Die Weisen (u.a. auch Buddha) haben festgestellt, dass das Leiden ein Teil des Lebens ist. Sie haben sich gefragt, wie man sich vom Leid befreien kann, und wahrlich glücklich sein kann. Yoga ist eine Antwort auf diese Frage.

 

Die letzten Schritte des Pfads von Yoga (Patanjali beschreibt einen achtgliedrigen Pfad) sind auf die unterschiedlichen Stadien der Meditation, die letztlich zur höchsten Form von Glück und Einheit führen, gerichtet – die Erleuchtung.

In der Yoga-Philosophie wird dabei angenommen, dass wir mehr sind als nur Körper und Geist - ein Teil von uns ist unveränderlich und permanent. Dieser Teil steht im Kontakt mit dem ganzen Kosmos und macht keine Differenzierungen zwischen unterschiedlichen materiellen Formen. Das Ego dagegen differenziert stark und sieht sich selbst als abgekoppelt vom Rest des Universums. Die Bedeutung des Wortes ‚Yoga‘ bedeutet dann auch ‚Einheit‘ oder ‚kein-Dualismus‘.

Dein Leben, dein Körper, dein Yoga

Die meisten Menschen, die sich zum ersten Mal oder regelmäßig auf der Yogamatte befunden haben, haben nicht unbedingt das Ziel, den Pfad der Erleuchtung zu gehen. Das ist völlig normal und in Ordnung. Viele machen Yoga auch nur, weil es sie körperlich fitter macht oder weil es ihnen Entspannung bringt. Auch dann profitiert man von den vielen positiven Auswirkungen, die Yoga sowohl auf den Körper, als auch auf den Geist hat.

Zahlreiche Studien haben festgestellt, dass Yoga Stress, Angst und Depressionen reduzieren kann und eine positive Auswirkung auf den ganzen Körper hat, von Muskeln und Bindegewebe, bis Gehirn und Nervensystem. Gerade in der heutigen Zeit, geprägt von Terminen und Leistungsdruck, ist Yoga als Lebens- und Bewegungskonzept unglaublich wertvoll. Auf der körperlichen Ebene erfährt man durch eine regelmäßige Yogapraxis eine erhöhte Flexibilität, Muskelaufbau und ein entspannteres Nervensystem. Auf energetischer Ebene können Blockaden aufgelöst werden und Energieströme, Heil- und Regenerationsprozesse aktiviert werden. Auf der geistigen Ebene bemerkt man eine erhöhte Klarheit und Konzentration sowie ein gesteigertes Bewusstsein und innere Ruhe.

"Um herauszufinden, welcher Yoga-Stil zu dir passt, gibt es nur einen Weg: ausprobieren!"

Eine Kunst des Glücklichseins

Der allererste Satz in einer der wichtigsten Yoga Schriften, die Yoga Sutra der Patanjali, heißt: ‚Yoga ist das zur Ruhe bringen der Bewegungen im Geist‘ (Yoga citta vritti nirodha). Das Endziel von Yoga ist Glück zu erfahren. Ein Glück, das nicht von dem Erfüllen unserer Bedürfnisse abhängig ist, sondern ein tieferes Glück der Zufriedenheit und Akzeptanz. Wenn wir stark von den Bedürfnissen unseres Körpers und Geists gesteuert werden, sind wir wahrscheinlich oft unzufrieden und unglücklich.


Yoga rät, sich selbst zu observieren - sowohl den Körper als auch den Geist. Das ist der erste Schritt, der dazu führen kann, Abstand zwischen sich und seinen Bedürfnissen zu schaffen. Der zweite Schritt ist, seine Gedanken und seinen Körper zu akzeptieren und zu kontrollieren. In Meditation und Yoga (Asana) observiert man sich selbst und fokussiert sich dabei ganz gezielt auf einen bewusst ausgewählten Punkt. So schafft man eine gewisse Kontrolle über Körper, Atem und Gedanken. Man wird weniger von dem endlosen Strom der Bewegungen in Körper und Geist geleitet.

Jeder Mensch kann Yoga auf ganz unterschiedliche Art und Weise ausüben. Jeder Körper hat andere Grenzen und andere Bedürfnisse. Im Yoga begegnet man seinen körperlichen Grenzen und respektiert sie. Durch das Ausüben von Yoga verändern sich die Grenzen aber. So bleibt Yoga immer ein Prozess. In der Yogaphilosophie wird gesagt, dass durch das Üben von Yoga innere und äußere Veränderungen auftreten, die man sich vorher nicht vorstellen konnte. Um herauszufinden, welcher Yoga-Stil zu dir passt, gibt es nur einen Weg: ausprobieren!

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